Eames Lounge Chair

Die Geschichte des Lounge Chair von Charles Eames

Eines der berühmtesten Produkte des Designerpaars Ray und Charles Eames ist der Lounge Chair mit Ottoman. Das Ehepaar, das in den 40er Jahren US-Navy Krankentragen und Beinschienen aus geformtem Schichtholz entwarf, experimentierte während bereits dieser Zeit mit Verformungstechniken für Schichtholz und Fiberglas. In ihrer Wohnung führen sie mit einer Presse, der sog.
"Kazam! Machine", Versuche durch, eine effektive und preiswerte Methode für die dreidimensionale Verformung von Sperrholz zu finden. 1940 nahmen sie an dem vom Museum of Modern Art in New York ausgeschriebenen Wettbewerb "Organic Design in Home Furnishings" teil. Ihr Hauptentwurf, ein Armlehnstuhl mit einer durchgehenden, dreidimensional geformten Sperrholzschale für Sitz und Rücken, wird im Wettbewerb prämiert. Er erweist sich allerdings als ungeeignet für die Massenproduktion.
1946 zeigte das Museum of Modern Art die Ausstellung «New Furniture Designed by Charles Eames» mit Prototypen von Sperrholz-Möbeln, die das Eames Office bis dahin entworfen hatte. Diese Ausstellung zeigte unter anderem Möbelstücke aus verchromten Metallgestell, Sitz und Rückenlehne aus Eschenholz, gebogenes Schichtholzes mit geschweißten Gummiverbindungen, die zu dieser Zeit aufgrund der technischen Neuerungen und außergewöhnlichen Designs als Sensation galten.
Darunter befand sich auch der "Lounge Chair Metall (LCM)" sowie der "Lounge Chair Wood (LCW)", der aus mehreren geformten Holzelementen zusammengesetzt ist. Der "LCW" basierte auf einem Entwurf von 1940, seine Weiterentwicklung mit Armlehnen wurde zum Prototyp des berühmten und Aufwändigen Lounge Chair "Nr. 670" mit dem Hocker "Nr. 671". 1956 ging der Lounge Chair schließlich in Produktion. Das erste produzierte Exemplare erhielt der Regisseur Billy Wilder. Der Lounge Chair sollte dem langjährigen Freund von Charles Eames als komfortables Liegesofa für ein Mittagsschläfchen dienen.